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GESCHICHTE

Die dreigeschossige Villa wurde 1867 im Auftrag des russischen Rittergutsbesitzers Basile von Miahkoff aus St. Petersburg als herrschaftlicher Wohnsitz errichtet. Von Miahkoff nannte sein Anwesen nach der römischen Göttin der Jagd "Villa Diana". So heißt noch heute das benachbarte Fachwerkhaus im Schweizer-Stil, das ehemals mit zum Anwesen gehörte. Der groß angelegte Bau in den Formen italienischer Frührenaissance mit neugotischem Einfluss wird beherrscht von einem achteckigen Mittelturm und zwei flankierenden, zur Lahnseite ausgerichteten Seitentürmen. Ein umlaufender Zinnenkranz prägt den stattlichen Bau, dessen großzügige Gesamtwirkung durch eine breite Freitreppe mit flankierenden Löwen und gusseisernen Balustraden mit Greifenmotiven unterstrichen wird. 

Bereits 1872 veräußerte von Miahkoff den Besitz, der bis 1882 mehrfach den Eigentümer wechselte. Schließlich erwarb Georg Lang den Komplex. Aus einer Hoteliersfamilie stammend richtete er hier eines der Nobelhotels der Kurstadt Bad Ems ein, das den Namen "Schloss Balmoral" erhielt. Zu den prominenten Gästen des Hauses zählten König Alexander von Serbien, Nicolai Rimskij-Korssakow, Richard Wagner und Francisco d' Andrade. Das Kurhotel bestand bis 1935, danach nutzte es die Besitzerin als Mietshaus. 

Die Villa kam 1983 unter Denkmalschutz, bevor sie 1989 der Rhein-Lahn-Kreis erwarb und im November 1994 mit der "Stiftung für Kultur des Landes Rheinland-Pfalz" einen Nutzungsvertrag abschloss. Als eine Einrichtung zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern der Bildenden Kunst ist das Künstlerhaus Schloss Balmoral unter den Kulturstätten des Landes Rheinland-Pfalz einzigartig. Das Haus ist darüber hinaus regionales und internationales Forum kultureller Veranstaltungen.